Grube Clara

In der Grube Clara im Rankachtal in Oberwolfach werden die Industrieminerale Schwerspat und Flussspat unter Tage gewonnen und zur weiteren Aufbereitung zur 13 km entfernten Aufbereitung transportiert. 

Die Grube hat eine jährliche Roherzförderung von etwa 150.000 Tonnen Schwerspat und Flussspat- Roherzen.

Aus den geförderten Roherzen werden verschiedene Konzentrate hergestellt.
Schwerspat wird als Grundprodukt u.a. in der Automobilzulieferindustrie in Schalldämmstoffen, Unterbodenschutz, Kunststoffen, Teppichböden usw. eingesetzt. Weitere Anwendungen erfolgen in der Tiefbohrtechnik, im Strahlenschutz und als Schwerbeton z.B. in Gegengewichten von Kränen.
Flussspat wird in der chemischen Industrie als Fluorgrundstoff genutzt, welches wiederum in Zahnpasta, Kühlmitteln u.v.a.m. eingesetzt wird. Zudem wird Flussspat als Fließmittel in der Metallverhüttung oder anderen Schmelzprozessen verwandt.

Der seit dem Mittelalter bekannte Schwerspatgang mit einer Länge von 600 Metern und einer durchschnittlichen Mächtigkeit (Dicke) von 3,4 Metern ist inzwischen über 800 m tief abgebaut. Parallel zum Schwerspatgang verläuft der Flussspatgang mit einer Länge von 350 Metern und einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 3 Metern. Geschnitten werden die beiden Hauptgänge von einer mächtigen Störung, der s.g. Ruschelzone und dem Diagonaltrum, dem geologisch jüngsten Gang mit einer Schwerspat- und Flussspatvererzung und einer Mächtigkeit von 2,5 Metern, der jedoch nur in relativ kleinen Bereichen (100 – 150 m) bauwürdig vererzt ist.

Der Aufschluss der Lagerstätte erfolgt über 2 LKW- gängige Strecken (Tunnel), dem Rankachstollen und der LKW-Rampe, die inzwischen 5 km Länge erreicht hat. Der Zugang zu den Abbaubereichen erfolgt über sogenannte Wendeln und Querschläge, die Abbaubereiche werden durch Strecken in Abständen von ca. 12 Metern übereinander erschlossen. Alle Strecken werden mittels Bohr- und Sprengarbeit vorangetrieben. Die Strecken werden zur Sicherung mit Ankern und Spritzbeton ausgebaut.

Der Abbau der Gänge erfolgt ebenfalls mit Bohr- und Sprengarbeit. Die dabei entstehenden Hohlräume werden wieder mit Gestein und Bindemitteln verfüllt.

Das Roherz wird von den Radladern in Rollen (kleine Schächte) gekippt. Aus diesen Rollen werden die für den Transport zur Aufbereitung eingeteilten LKWs beladen, die dann direkt zur Aufbereitung fahren und dort auf die verschiedenen Halden gekippt.

Im Aufbereitungsprozess werden die Roherze in verschiedenen Arbeitsgängen zunächst gebrochen, gewaschen, nach spezifischen Gewicht getrennt, je nach Produkt gemahlen, getrocknet und in den verschiedenen Produktsilos eingelagert, aus denen dann die Produkte- hauptsächlich als Mehle- in Säcken, den Big Backs, verpackt oder direkt in Silo-LKWs verladen werden.